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Krumping und Clowning. Ein neuer Tanzstil macht von sich reden.
Aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten schwappt mal wieder ein neuer Trend zu uns herüber. Ein in seiner Art noch nicht dagewesener Tanzstil, eine Subkultur, entstanden in South Central, dem berüchtigsten Problemviertel von Los Angeles. Dort, wo die Bewohner überwiegend Afroamerikaner sind, wo Waffen, Crack und Morde zum Alltag gehören, tanzen sich die Unterprivilegierten schon länger ihre Wut, ihren Frust aber auch ihre Hoffnung aus dem Leib. In aller Munde ist dieser Krumping und Clowning genannter Tanzstil aber erst seit vergangenem Sommer, als David LaChapelles Dokumentarfilm Rize in die Kinos kam (in Österreich zu sehen ab dem 27. Januar 06).
Begonnen hat diese Sache mit dem Clowning Anfang der 1990er. Damals suchte Ex-Häftling Thomas Johnson einen Ausweg aus der Kriminalität und fing an, sich für die Kids im Ghetto von South Central zu engagieren. Er verkleidete und schminkte sich wie ein Clown und trat auf Kindergeburtstagen auf. Hört sich zunächst nicht aufregend an. Aber Tommy the Clown bot etwas ganz Besonderes: Er war nicht albern, sondern cool. Und er brachte HipHop-Sound mit, zu dem er einen neuen Tanz kreiert hatte. Bei seinem expressiven Freestyle-Tanz warf er die Arme in die Luft, verdrehte den Kopf, sprang plötzlich in die Höhe, flippte schier aus, als würde er unter Starkstrom stehen. Das war heiß. Das war neu. Und die Kids standen drauf. Tommy the Clown wurde schnell zum Vorbild. Eine ganze Truppe von HipHop-Clowns folgte ihm und so gründete er die „Clown-Dance-Academy“.
Manchen war das Clowning allerdings zu langweilig, zu brav. Härter, wilder und schneller im Stil entwickelte sich daraus schließlich das Krumping. Mittlerweile gibt es weit über 50 Clowning- und Krumping Gruppen in South Central. Natürlich herrscht eine Rivalität zwischen Ihnen. Diese wird jedoch friedlich in sogenannten Battlezones ausgetragen, wobei das Publikum entscheidet, wer die cooleren Bewegungen vollführt.
In seinem Dokumentarfilm hat David LaChapelle die ganze Faszination dieses ekstatischen Tanzes aufgefangen und auf Zelluloid gebannt. Und auch wenn die Krumps und Clowns sich strikt gegen eine Kommerzialisierung aussprechen, dieser Trend lässt sich mit Sicherheit nicht mehr aufhalten.
Fotocredit: © David LaChapelle