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Mit „Gezeiten“ verabschiedet sich Sasha Waltz von der Berliner Schaubühne.
Dreizehn waren es an der Zahl, dreizehn Uraufführungen, die
Sasha Waltz für die
Berliner Schaubühne produzierte, wovon die letzte, die Nummer Dreizehn, am 19. November 2005 Premiere feierte. Der Aberglaube, der die ominöse Zahl Dreizehn umgibt, war allerdings kaum der Grund für den großen Andrang zum Tanzereignis des Monats. Vielmehr lag die Vermutung Nahe, dass viele Zuschauer gekommen waren, um das Waltzsche Abschiedsstück zu sehen, quasi als Kommentar zum derzeitigen „Rosenkrieg“ zwischen der Choreografin und dem Schauspiel-Chef Thomas Ostermeier.
Soviel Aufregung gab es in der Schaubühne zuletzt im Januar 2000, als Sasha Waltz mit ihrer mittlerweile zum Kultstück avancierten Produktion „Körper“ das berühmte, aber krisengebeutelte Theater am Lehniner Platz neu eröffnete. Waltz trat damals zusammen mit ihrem Produktionsmanager und Lebensgefährten Jochen Sandig, dem Regisseur Thomas Ostermeier und dem Dramaturgen Jens Hillje die Leitung der Schaubühne an. Ein recht medienwirksamer Zusammenschluss, aus deren gemeinsamen Arbeit immerhin sechs künstlerisch fruchtbare Jahre hervorgingen. Letztendlich ging das Konzept trotzdem nicht auf, das Problem der permanenten Unterfinanzierung der Schaubühne blieb über die Jahre hinweg bestehen. Für die indessen weltberühmte Choreografin der ausschlaggebende Grund ihres Weggangs.
Die Zusage vom Berliner Kultursenat, dass Waltz für ihr Tanztheater aus dem jährlichen Etat der Schaubühne einen Zuschuss für ihr 16-köpfiges Ensemble erhalte, veranlasste allerdings Intendant Ostermeier zur lautstarken Empörung und löste einen Kleinkrieg aus. In einer offiziellen Stellungnahme erklärte Waltz aber nun, dass sie mit ihrem Entschluss, den Weg frei mache „für klare finanzielle und strukturelle Verhältnisse, um langjährige Auseinandersetzungen zwischen Tanz und Theater über Budgets und Leistungen abzuschließen.“
Wie dem auch sei, bei ihrem Abschiedsstück ließ sich die Choreografin nichts von dem Zwist anmerken. In „Gezeiten“ beschäftigt sie sich mit weltbewegenderen Krisen und Katastrophen - dem Tsunami, dem Erdbeben in Pakistan, die Flutwelle in New Orleans, dem Terror. Und dem Versuch der Menschen, mit solchen Notsituationen umzugehen.
Auch andere ChoreografInnen sind mit der allgemeinen Situation der Berliner Kulturpolitik unzufrieden und versuchen nun via Internet ihrem Unmut Gehör zu verschaffen. Mehr Infos dazu gibt's
hier.