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Stand: 21.11.2008
Workshops 2008
Ko Murobushi
Week2: 21. - 25. Juli
17:00 - 20:00Butoh o



Butoh
Vom Butoh/ Zum Butoh

Ersticken, Krankheitsverwandlungen, Zwischensein von Schmerz und Lust und die Stimme des Magischen

"Wir werden die Geschichte des Butoh in unseren Prozess einschreiben. In diesem Prozess haben wir einen Platz, nehmen einen anderen ein, sind mitten in Experimenten. Wir entwickeln uns, in unserer Sammlung gibt es neue Begegnungen, neue Alltäglichkeiten.
Alltäglichkeiten mit ihren Brüchen, mit Selbstbeherrschung und Verwandlungen, Vermittlungen, Übertretungen.

Worauf beziehen sich unsere Versuche?
1) Der Atem. Der Atem und seine Verwandlungen, Unterschiede und Kombinationen der Atmungs-"formen", hin zu einer Stimme, die aus dem Rachen kommt.
2) Der Gang. Wer geht? Kommend von wo, und auf welches Ziel zu? Können wir uns einen "Gang ohne Füße" vorstellen?
3) Die Erde betreten, springen, tanzen: die Begriffe "Tamafuri" und "Tamashizume".
4) Bewegung in der Form einer 8. Die 8 startet auf halber Strecke, hält auf halber Strecke inne und hat weder Anfang noch Ende. In ihr befindet sich das Außen, draußen das Drinnen. Der eine und der andere kreuzen sich, geraten durcheinander. Die Schleife des Moebius, asymmetrische Spiralen.
5) die Zukunft: tierische, pflanzliche, mineralische Zukunft verrinnen lassen. Kadaver werden, flüssig, fest, gasförmig. Vermittlungen und Verwandlungen lernen.
6) Improvisationen: Die Form schleicht sich ins Tun. Ein Intervall, das zittert, das sich verschiebt. Das simultan mit dem Einsturz ist. Schmerz, Erschütterungen, Gerinnung, Entspannung, Zuckungen zum Humor hin.“



Ko Murobushi
Ko Murobushi ist einer der bekanntesten Butohkünstler unserer Zeit. 1959 wurde Butoh von Tatsumi Hijikata proklamiert, und ab 1968 studierte und arbeitete der junge Murobushi mit ihm. Später ließ er sich in Paris nieder und choreografierte u.a. für Ariadone, Carlotta Ikeda, Urara Kusanagi und Tadashi Endo. Die bekannten Werke Zarathoustra, Utt und Hime entstanden in dieser Zeit. Improvisationsperformances führten zu Zusammenarbeiten u.a. mit Wim Mertens und dem Glenn Branca Orchestra in Tokyo 1986. Seit 1988 entstanden zahlreiche Duette mit Urara Kusanagi, sein Solo En erreichte Menschen in Mexiko und Südamerika.

In den letzten Jahren entstanden u.a. [Edge 1] und [Edge 02-Bach Sketch], die bei ImPulsTanz als auch in vielen anderen Ländern gezeigt wurden. Kos künstlerische Nomadenschaft führt ihn regelmäßig auf fast alle Kontinente, so im Jahre 2002 auf Einladung Indiens zum Cross Cultural Exchange zwischen Indien und Japan, wo [EAST WIND III - No boat in sight] entstand, das danach in Japan und Indien gespielt wurde. 2003 und 2004 gab es Gastaufenthalte in Portugal, New York, Paris, London, Deutschland, Aufenthalte in Brasilien, Mexiko, Indien, Malaysien und auf den Philippinen, wo er Research-Projekte, Workshops und Performances gab.

Seine Soloperformance [Edge] in Japan 2000 erschütterte das japanische Publikum sehr, wurde aber gleichzeitig hoch geschätzt. Einerseits öffnet Ko Murobushi seinen Tanz und Butoh weiterhin weltweiten Einflüssen, andererseits versucht er, seine Forschung noch tiefer mit der japanischen Kultur zu verbinden. Seit kurzem arbeitet er mit jungen japanischen TänzerInnen in der "Ko & Edge co.". Ihre beiden letzten Produktionen [Bibou no Aozora], was Schöner Blauer Himmel bedeutet, und [Heels] waren in Japan sehr erfolgreich.
Photo: © Ko Murobushi