Articulating Dance
Passions can get buried
Das Hauptaugenmerk dieses Mentoring liegt darauf, die TeilnehmerInnen zu ermutigen, sich an grundsätzliche Dinge zu erinnern: warum sie überhaupt begonnen haben, zu tanzen, zu performen oder zu choreografieren; Leidenschaften, die oft genug unter der täglichen Anstrengung weiterzuarbeiten begraben werden.
TänzerInnen und ChoreografInnen haben Gelegenheit, Momentaufnahmen ihrer eigenen Praxis anzufertigen, zu reflektieren was ihre Arbeit eigentlich für sie bedeutet und herauszufinden, wie sie am besten zu ihrer eigenen Kraft finden können und sich deutlicher darüber klar zu werden, was und wohin sie wollen. Mit anderen Worten: was brauchen ChoreografInnen um kreativ zu sein?
Dieser Zugang zum Mentoring besteht darin, Fragen zu stellen. Der Mentor setzt nichts voraus - er stellt lediglich Fragen. Die TeilnehmerInnen wiederum sollen ganz unbefangen die 'dummen Fragen' stellen. In diesem Prozess werden langgehegte Illusionen losgelassen - ein neues, besser fundiertes Verständnis dessen, was sie tun wollen, kann sich entwickeln.
Dieser Prozess soll ChoreografInnen und PerformerInnen dazu anregen, neue Wege zu finden, miteinander zu kommunizieren, und so Hierarchien abzubauen, die unserer Arbeit im Weg sein können. Gedanken, die sich in diesen Sessions entwickeln, werden noch Monate nachwirken und zukünftige Performances und Projekte bereichern.
Es geht in dieser Arbeit nicht darum, das Denken der KünstlerInnen zu verändern, sondern sie dabei zu unterstützen, sich wieder mehr auf ihr Gefühl und Herz zu verlassen.
Jonathan BurrowsJonathan Burrows ist ehemaliger Solist des Royal Ballet und ein mittlerweile international anerkannter Choreograf. Er hat Arbeiten für das Ballett Frankfurt unter William Forsythe gemacht. Seine letzten beiden Stücke "Weak Dance Strong Questions" und "Both Sitting Duet" wurden in 14 bzw. 17 Ländern gezeigt. Seine neues Stück "The Quiet Dance", das er in Zusammenarbeit mit dem Komponisten Matteo Fargion, gemacht hat, hatte im August 2005 in München Premiere und toured zur Zeit international. 2002 erhielt er eine Auszeichnung der New York Foundation for Contemporary Arts als Anerkennung seiner Leistungen im Zeitgenössischen Tanz. Sein Stück "Both Sitting Duet" war Gewinner eines "Bessie", des New York Dance and Performance Awards. Jonathan ist Gastlehrer am P.A.R.T.S., und Gastprofessor am Theatre Department of Royal Holloway, University of London.
JONATHAN BURROWS & MATTEO FARGION eröffnen das diesjährige Performance Festival mit ihrem Stück "Both Sitting Duet" am 12. Juli im Schauspielhaus und werden auch mit den beiden Stücken “The Quiet Dance” und "Speaking Dance" am 20 Juli im Schauspielhaus zu Gast sein.
Photo: Jonathan Burrows © David Bergé