Sinister Intimate
unheimlich, aber vertraulich
In diesem Workshop wird das Unheimliche entdeckt, wobei nicht die offensichtliche Bedeutung des Wortes „unheimlich“ - nämlich die Assoziation mit dem Bösen - gemeint ist, sondern die TeilnehmerInnen werden aufgefordert, sich einer anderen Bedeutung von „unheimlich“ zu widmen. Die „linke Seite“, welche auch als vernachlässigte Seite gilt, wird das Thema sein, wobei auch hier nicht auf die ursprüngliche körperliche Seite Bezug genommen werden darf. Als „unheimlich“ gilt daher Gewohnheitsmäßiges, weniger Gewandtes, Ungeschicktes, Verstecktes und damit weniger Kontrolliertes.
„Wir werden unsere wertvollen, gewohnten Impulse identifizieren, sowohl körperlich, als auch ästhetisch, um versteckte und unbestimmte Seiten lokalisieren zu können und so eine ergänzendende Balance entwickeln.“
Die physische Erforschung der „anderen“ Seite erfordert zu Beginn ein Umstülpen und Destabilisieren der bisher bequemen Koordination und Tanzbestrebungen.
Das Erschaffen einer fremdartigen Lage und eines besonderen Blickwinkels soll weiter einem Improvisieren, Lenken, Imaginieren und Kreieren von Form dienen.
Das besonders Interessante an „Sinister“ ist, dass es, wenn auch unheimlich und unbekannt, trotzdem ein Teil von einem selbst ist.
In diesem Workshop wird es daher nicht um die Erlangung eines Endziels gehen, sondern vielmehr um die Nebenprodukte während des Prozesses.
Die geplante Struktur des Workshops mag sich möglicherweise auch öffnen, um Platz für Unerwartetes zu machen.
Alle diese Bestrebungen werden vermutlich zu Diskussionen (nicht unbedingt verbalen) über die logischen Schlussfolgerungen von „links“ führen und was entdeckt wurde.
Jennifer LaceyJennifer Lacey ist Choreografin und Performerin mit Schwerpunkt in Paris und New York. Ihre Arbeit wurde und wird bei zahlreichen progressiven Festivals gezeigt, etwa im Tanzquartier Wien, biennale d'art contemporain de Lyon, Centre Georges Pompidou, Kaaitheater, Klapstuk, P.S 122, etc. Sie nimmt, so oft sie kann, an Improvisationsperformances und -festivals sowohl in den Staaten als auch in Europa teil. Als Tänzerin arbeitete sie mit vielen verschiedenen unabhängigen ChoreografInnen wie z.B. Randy Warshaw, Jennifer Monson, DD Dorvillier u.v.m. Sie lehrt auf internationaler Basis, u.a. am EDDC (Arnhem & Düsseldorf), beim ISSD (Japan), Charleroi/danses, Movement Research und Danspace (New York).
Jennifer Lacey gastiert im Rahmen von ImPulsTanz 2006 mit dem Stück “Two Discussions of an Anterior Event” am 8. August im Schauspielhaus.
Photo: Jennifer Lacey © Laurent Ziegler