ImPulsTanz TURBO Residencies

Nathalie Koger (D/A) with Annabel Carberry (AUS/UK)
„Artisten, Tiere, Distraktionen“ oder „Luft und Hiebe“ auf jeden Fall „Manege, high!“
„Im Bezug zum Zirkus möchte ich irgendwann in der Zukunft ein Stück über Furcht machen. Ich bin sehr an der Vorstellung interessiert, dass Zirkus (obwohl das nicht so sehr beim Hula Hoop zutrifft), uns lebendiger macht, weil er uns an unsere Sterblichkeit erinnert, während er ihr trotzt. Auch die Idee, etwas Hochqualifiziertes aufzuführen, erinnert uns an die Möglichkeiten, die jede und jeder von uns individuell besitzen. Was ich damit meine ist, dass die Fähigkeit, etwas was schwierig ist, und das zu lerne, Zeit und Geduld erfordert, eine Erinnerung daran sein kann, dass wir alle ein erstaunliches Potential haben, außergewöhnliche Dinge zu tun. Es kann Menschen inspirieren, neue Möglichkeiten für sich zu erkunden. Ich bin daran interessiert, mit Nathalie zu arbeiten, um einen anderen Ansatz von Performance und Zirkus zu erfahren.“ A.C.
"Ich habe Annabel Carberry eingeladen, sich mit mir für eine Residenz zu bewerben. Wir haben uns zufälligerweise in einem Produktionsprozess von „Erendira: The Revolution“ als Teil des Festivals in Fuceccio, Italien, 2008 kennengelernt. Ich bin fasziniert von der Geduld, dem Üben, der Physikalität und der Beziehung, die die Zirkusleute zu sich selbst wie auch zu ihrem Publikum haben. Das zeigt sich im Produktionsprozess der Zirkusperformer_innen. Zudem denke ich mehr und mehr über die Frage der Integrität von Künstler_innen nach, die sich mir durch meine Erfahrungen mit dem Zirkus gestellt hat. Unsere künstlerische Beziehung hat mit einem 16mm Filmprojekt ihren Anfang gefunden. Das Projekt verwendet das Medium Film und stellt die Frage der Performanz verschiedener Medien. Für die Residenz werden wir die künstlerische Beziehung etwas verschieben und mehr die Sprache des Zirkus in den Mittelpunkt rücken. Lehren, Physikalität, Zirkuscodes und Grenzen werden in verschiedensten (Ent)hüllungen integraler Bestandteil and Thema unseres Projektes und der gemeinsam verbrachten Zeit sein.“ N.K.
Biografien
Annabel Carberry (AUS/UK) begann ihren Zirkuswerdegang mit 12 Jahren und trat auf der ganzen Welt mit dem berühmten australischen Jugendzirkus The Flying Fruit Fly Circus auf. Seitdem hat Annabel mit vielen Zirkuskompanien gearbeitet, als Soloperformerin und im Duett auf Festivals, Firmenveranstalltungen, im Kabarett und in burlesken Aufführungen.
Nathalie Koger (D/A) ist Bildende Künstler_in und Schüler_in von Diedrich Diederichsen und Dorit Margreiter, Akademie der bildenden Künste Wien, und Meisterschüler_in von Daniele Buetti. Sie arbeitet mit Texturen und Ideen von Dramaturgie, Choreographie und Performance in Bildern, Text und Live-Situationen. Sie schafft und führt Regie von ihren Arbeiten in verschiedenen kollaborativen Zusammenhängen. Ihre Arbeit wurde u.a. als Appropriation Art rezipiert. 2010 wurde ihr der Birgit Jürgenssen Preis der Akademie der bildenden Künste Wien und des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur verliehen. 2008-10 arbeitete sie als Projektleiterin für Musen. Meister. Monster, kuratiert von Mathilde Monnier und Katrin Roschangar, Tanzquartier Wien. Im Folgenden war sie Dramaturgin für die Stücke von Alexander Gottfarb “Political Movements, Part 1: Marching” und “Political Movements, Part 2”. Neulich publizierte sie “Vielleicht küsst und ja die Muse. Index zum Roman” mit Barbara Kapusta, Simona Obholzer und Marlies Pöschl (Wien: schlebrügge.editor, 2010). Texte erschienen u.a. bisher bei corpus, in „Uni brennt. Grundsätzliches – Kritisches – Atmosphärisches“ hrsg. von Stefan Heissenberger et al. (Wien: Turia + Kant, 2009), „CROSSKICK - European Art Academies Hosted By German Kunstvereine, A Format Linking Art Education And Curatorial Practice“ hrsg. von Leonie Baumann et al. (Köln: Verlag der Buchhandlung Walther König, 2009), „Eine Architektur für die Kunst. Der Raum des Westfälischen Kunstvereins 1962-2006“, hrsg. von Carina Plath, Westfälischer Kunstverein Münster (Frankfurt am Main: Revolver Verlag, 2008).
Photo © Nathalie Koger, Bildschirmfoto aus einem Clip von Mathias Windelberg